CLICKERREITER


 
ClickerTraining für Pferde



 
BEISPIELE FÜR DAS CLICKERTRAINING
 
Beispiel für die Anwendungsmöglichkeiten des Clickers 
    Erste Wahrnehmungen nach dem Einstieg :

~ Als erstes war ich erstaunt, wie schnell die Pferde verstehen, 
   wie sie den Click auslösen können ( Konditionierung )
~ Bald konnte ich feststellen, dass die Pferde auf einmal großes Interesse an
   mir bekamen und mit wirklicher Begeisterung ihre Zusammenarbeit
   anboten. ~ Auf einmal hatten auch die Pferde Spaß am Lernen ! 
   Es schien ihnen Spaß zu machen selbst neue Möglichkeiten 
   zu entdecken sich bewusst zu bewegen und Neues auszuprobieren. 
   Ihre Cleverness wurde um verblüffend, manchmal fast amüsant sichtbarer.
~ Unsere Verständigung verbesserte sich um ein Vielfaches.
   Endlich besaß ich ein Werkzeug, mit dem ich äußerst präzise
   Informationen übermitteln konnte. Wir hatten  eine gemeinsame
   Kommunikationsebene gefunden. 
~ Einmal Gelerntes war immer wieder abrufbar, selbst wenn ich Wochen
   oder Monate nicht daran gearbeitet hatte.
~ Ich kam nie in die Situation durch Strafe, Druck oder Zwang ein Ziel 
   erreichen zu müssen. Wann auch immer Situationen schwierig wurden, 
    war mein Verstand und Kreativität gefordert.

Jetzt, nach einigen Jahren Clicker Training bin ich davon überzeugt, dass bei einem Clicker Cleveren Pferd die Kanäle für Lernen generell viel offener und direkter funktionieren, als bei einem auf anderen Art und Weise ausgebildeten Pferd . Die Pferde befinden sich sofort in einem wachen, lernwilligen Zustand und zeigen enorme viel Kreativität, Motivation und "Intelligenz".

 
    Hier ein Beispiel der Anwendung des Clickertrainings in einer Problemsituation :

Meine Haflinger Stute, die sich bis dahin wie ein Hund hatte führen lassen, lernte durch ein paar dumme Zufälle, dass sie sich beim Führen losreißen konnte. 
Die Ursprungssituation, in der dieses Verhalten das erste Mal auftrat, entstand, als sie sich von einem von hinten kommenden Hund erschreckte und  sich losriss.
So schnell wie gutes Verhalten gelernt wird, lernen Pferde auch schlechtes Benehmen. 
Es kam auf einmal immer häufiger zu Situationen in denen sie sich losriss. 
Sie reagierte dann immer, als ob sie etwas fürchterlich von hinten erschreckt hätte und schoss unabwendbar wie eine Rakete nach vorne. 
Mir war schnell klar, dass hier sofort etwas geschehen musste, ehe sich dieser Ungehorsam verfestigte. Abgesehen davon, war mein Vertrauen in ihre Führbarkeit mehr als angeknackst. 
 
Mein erster und für viele oft so typischer Gedanke war : 
„Mit mir nicht !  Dir werde ich das schon austreiben  !" 


Ich wollte über Druck, Schmerz und  Strafe arbeiten. 
Ich hatte ihr eine Führkette ( Schmerz ) durchs Halfter über die Nase gezogen, mich mit einer Gerte ( Strafe ) und sofortiger Reaktionsbereitschaft ( Druck ) gewappnet. Ich wollte ihr beim ersten Versuch einen wirklich kräftigen Ruck auf die Nase versetzen und die Gerte vor die Brust knallen. 
Kaum waren wir aus dem Auslauf, kam innerhalb eines Sekundenbruchteils 
ihr Schuß nach vorne. Ich hatte, trotz Vorbereitung, überhaupt keine Chance so zu reagieren, wie ich es mir vorgenommen hatte; geschweige denn sie zu halten. Wut schoß in mir hoch - Mistvieh !!!
Meine Haflingerstute spürte meine Wut und Erregung und war total aufgeregt. Ich fing sie wieder ein und brachte sie auf den Reitplatz und dachte an Join up/ Dominanztraining, aber mir  wurde sofort klar, dass so aufgeregt wie sie war, mein Reitplatz ihren etwaigen Ausbruchversuchen nicht standhalten würde. Das Risiko einer Verletzung meiner Stute war mir zu groß. Mir blieb nichts anderes übrig, als sie auf die Weide zu den 
anderen Pferde zu schicken. 
Heute weiß ich, dass diese Entscheidung gut war !
Ich wollte in keinem Fall meine oder die Sicherheit meines Pferdes riskieren !
Es gab mir Zeit die Dinge zu überdenken, einen anderen Weg zu suchen,
um dieses Problem zu lösen und mich nicht auf einen Kampf einzulassen. 
Mit einem Kampf  hätte ich wahrscheinlich nicht ihren Respekt zurückgewonnen. Nicht Respekt, den ich dadurch verdient hätte, dass ich als Mensch nachdachte und überlegt handelte, mich also als wirklicher Führer meines Pferdes bewies.  Wie könnte ich echten Respekt verdienen, wenn ich mein Pferd durch Schmerzen und über Druck zum Nachgeben zwinge. 
Wirkliches verknüpftes Lernen findet in solchen Stresssituationen nicht statt.
Wir Menschen haben ja bekanntlich das Hirn, nicht die Pferde !!! 
Sie haben nur ihre Instinkte, aber auch keine unredlichen Gefühle, wie Gemeinheiten, Bosheiten und Unehrlichkeit. 

 

   Immer, wenn die negativen Emotionen im Pferdetraining die Überhand gewinnen, 
        sollte man das Training beenden und die Dinge zur Ruhe kommen lassen ! 
Also begann ich dieses Hirn einzuschalten und machte eine Bestandsaufnahme. Ich besaß keinen Round Pen, für ein solides Join up, ich hatte keine Zwangsmittel und wollte sie auch nicht anwenden. 
Mir war ebenso klar, dass dieses Verhalten nicht über Kraft zu lösen war.
Ich war erst mal hilflos. 

Aber dann kam mir diese kleine - seltsame - knackende - die Pferde aufmerksam machende - gute Signale gebende - Plastikkiste 
- genannt  "CLICKER"  in den Kopf. 

Warum erst jetzt ?
Ich arbeitete schon seit fast 2 Jahren mit dem Clicker, aber irgendwie sind alte Denkmuster schwer zu löschen.
Sollte es auch möglich sein solch ein "echtes"  Problem mit Hilfe des Clicker zu lösen ??  Konnte dies Plastikkiste so korrigierend wirken ???

Gut, ein Versuch war es wert ! 
Mit nichts anderem „bewaffnet", als diesem kleinen Clicker zog ich auf die Weide, halfterte die Stute auf, befestigte den Führstrick und begann mit der Arbeit. Ein paar Schritte gehen, "whoa ", die Stute blieb stehen, Click / Belohnung. Dies wiederholten wir 10 mal über die ganze riesige Weide und diese ganze Session an diesem Nachmittag noch 2 mal. 
Dann kam das von der Weide holen. Hierbei hatte sie sich auch schon 2x losgerissen.  Ob, es klappen würde ? 
Ich war sehr unsicher, zumal ich sie über ein Grundstück mit Fußball spielenden Erwachsenen und tobenden Kindern führen musste und wegen einem Termin war kein Aufschub möglich . 
Ich ließ sie auf den Nachhauseweg  5 x anhalten C/B. Es klappte perfekt !! 
Die nächsten Tage nahm ich bei auf die Weide bringen und Hereinholen jedes Mal den CLICKER und Möhrenstücke mit, verringerte aber zunehmend die Häufigkeit des Anhaltens + C / B.
Ihre ganze Aufmerksamkeit war auf einmal auf die Aufgabe und den Click gerichtet und nicht mehr darauf sich bei der erst besten Gelegenheit loszureißen. 
Nach ein paar Tagen konnte ich sie wieder auf die Weide führen und gab ihr erst da ein C/B.




 
Das ganze ist jetzt schon lange her und sie hat niemals mehr versucht sich loszureißen. Es hat eine ganze Zeit gedauert, bis ich ihr wieder wirklich vertraut habe. Aber ich bin ungeheuer froh diesen Weg gegangen zu sein, ihr keine Schmerzen zugefügt zu haben, nicht ihr Vertrauen verloren zu haben, sondern sogar noch mehr gewonnen zu haben.
Man kann also sehen, dass selbst in problematischen Situationen durchaus der ausschließlich positive Weg des Clickertrainings eingeschlagen werden kann.
Durch solche Erfahrungen und die täglich neuen, erstaunlichen Lernergebnisse meiner Pferde, wird mir der Wert des ClickerTraining immer klarer und überzeugender. 
Einmal auf diesem Weg gibt es für mich und meine Pferd kein zurück mehr.
Die Prinzipien der operanten Konditionierung ( Clickertraining ) sind  immer einleuchtender und vereinfachen mir den täglichen Umgang mit meinen Pferden. 
Nur wer selbst mit offenen Sinnen diese Methode ausprobiert und sich mit den darin verankerten wissenschaftlichen Hintergründen beschäftigt, wird selbst zu erstaunlichen, verblüffenden Erfahrungen gelangen und in ganz neue Dimensionen im Umgang mit Pferden vorstoßen.

Es gibt 101 Dinge, die du deinem Pferd lehren kannst und die ihm helfen können 
mit seiner / deiner Umwelt gut zu harmonieren.
Bedenke :   Es ist nicht einfach Pferd zu sein im Umfeld von Menschen.