Clickern schon mit Fohlen ?

- das Beispiel Gaviora

geboren 1998 -2008 (10 Jahre)

Trainingsbeginn Winter 98 

   Ines schrieb : Hallo Christiane,

  > Wann hast Du denn angefangen mit Gaviora zu arbeiten? Kann man
  schon mit Absatzfohlen clickern oder überfordert man die leicht
  geistig? Wie viel würdest Du machen resp. hast Du gemacht?

  Was alles erarbeiten? Erclicken? (Ich frage aus konkretem Anlass, *sich
  gaaaaaaaanz doll freuend*)

  LG Ines
Hallo Ines,
Gaviora war 6 Monate als ich sie im Herbst bekam 
  und in dem Winter habe ich mit ihr, meiner Hafistute und einem anderen
 Fohlen Sunny mit dem CT begonnen.  

Von der ersten Zeit gibt es kaum Bilder, weil man noch keine Digicams
hatte. Allso nur pixelige Videos und Papierfotos. Trotzdem ein paar Bilder von später dann :
Damals war ich zufällig über das Clickern im amerikanischen Net
gestolpert und wußte sofort, das muss funktionieren !!!
Das ist genau was ich brauche um dieses junge Pferd auszubilden.
Mir hat es gleich eingeleuchtet, ja und so habe ich begonnen.
Anfangs waren das alles Experimente, es gab ja darüber noch nicht so viel zu lesen, wie heute.
Ich habe einfach angefangen und wir hatten super viel Spass und ich hatte
ständig neue Ideen, was ich ihr noch beibringen könnte. 
Wir haben uns allerdings wirklich grundsätzlich ans Konzept der kleinen Schritte gehalten.
Wir haben anfangs viel zusammen gespielt, verstecken und so, hinterher
laufen und von mir weglaufen.
Viel einfach so frei auf der Weide oder Reitplatz gearbeitet, was mir gerade so eingefallen ist:
Gaviora hat sehr früh anboten Bewegungen von mir zu immitieren:
                       
                       zurück zum Hand Target

Ans Handtarget kommen und das war wirklich Klasse. 
Sie konnte ganz hinten auf der Weide sein und ich habe das Handtarget gemacht und sie
 kam im vollen Galopp angepeeest OHNE die Anderen, OHNE ihre Herde( ist auf der Target DVD zu sehen.)
 
Das fand ich eh so fazinierend, dass sie frei mit mir lief und die Wahl 
hatte mit der Herde auf die Weide zu rennen oder mit mir zum Reitplatz 
zu kommen und CT zu machen und zu spielen. Sie hat zu 90 % CT vorgezogen!
Sie hat gelernt zwischen zwei Handtargets hin und her zu laufen.
Das gab die Möglichkeit das junge Pferd zu bewegen.
                   
 Wechsel zwischen Hand - und Kegeltarget 

Ich glaube das erste was ich Gaviora damals "ernsthaftes" beigebracht 
habe, war an ihren Trog zu gehen und zu warten, ohne zu nerven ohne
drängeln, bis ich ihr das Futter gebracht habe.
Wir haben viel Ball gespielt
 Ball kicken - nach vorne NICHT nach hinten !

und sie hat Bälle, Frisbees und Kegel apportieren gelernt
     upps da fällt er   
     
Gib den Frisbee !
         Ball apport !
Eine ihrer Lieblingsübung war damals Tonnen rollen
 und den Reitplatz aufräumen.
Ich habe 4 Tonnen hingestellt und die hat sie nach einander umgekippt
und dann aus dem Platz gerollt.
Sie hat auch eine Methode für sich entwickelt Tonnen unter ihrem Bauch

zu drehen, in die richtige Position zu bringen und nach hinten zu rollen  
 
oder sich um Tonnen zu biegen
  
Sie hat gelernt über Wassergräben zu springen und in den Bach zu steigen
  
            

Hinter jeden Tor oder Gatter anzuhalten und zu warten, ohne sich
umzudrehen, damit ich alles in Ruhe zumachen konnte.
Sie hat Fliegenspray und Waschen kennengelernt.


Longieren und Bergziege


und sich hinlegen



Auf ein Podest mit allen vieren zu steigen und über Bretterrampen zu laufen.
     

Dann hat alles was Führen und Bodenarbeit betrifft.
 z.B Anfänge der Seitengänge
Wir haben die verrücktesten Scheutrainingsachen gemacht z.B mit einem Laubsauger,echte
Krachmaschine ! Da gibt es ja tausend Dinge, Skatboards, Plastikplanen 
einwickelt, Fahrräder, Hunde, Kühe was auch immer Angst machen
könnte. Wir sind über und durch Stangenlabyrinte und durch
Flattervorhänge, über Sprünge zum Handtarget kommen
      
und haben langsam die Körpertargets kennengelernt. F
   sx   Hier z.B Kinntarget (Lösen des Genicks )
und POPO Target:
 Targetstick am Hintern
und natürlich zu den Seiten flexen und Beintargets

An einem stationären Target stehen bleiben und warten, während ich
ein anderes Pferd arbeite (ist auf der Target DVD und Clicker DVD zu sehen ).
Ich habe viel frei gearbeitet, das liegt mir einfach sehr.
  

Irgendwann habe ich auch mit ihr Agility über Hürden gemacht, aber
ich finde die Bilder dazu nicht mehr.

Aber natürlich auch mit dem Führstrick gearbeitet
  dem Strick nachgeben

Sie hat Kopfsenken, auf 4 verschiedene Signale gelernt
und sie lernt
 WARTEN und GEDULD   und RUHE

Sie hat unangebunden stehen bleiben gelernt.
Wir sind viel Spazieren gegangen und haben dabei gelernt:
 keine Angst vorm Wolf zu haben - buuh !
                und anderes ....................

Sie hat gelernt die Trense selbstständig nehmen. Auch wenn wir bis heute nie mit Gebiss reiten.
Sämtliche Dinge wie Hufbearbeitung und Hänger verladen und dann als
die Zeit reif war, haben wir mit Sattelgewöhnung
 und dem Reiten begonnen.
Dann kam das ersten Aufsteigen tests :
  
Ich habe mir bei all dem immer super viel Zeit gelassen.


Sie hatte gelernt sich an eine Tonne 
oder irgend ein Objekt zu stellen, um das Aufsteigen zu erleichtern

  

oft bin ich ohne alles geritten ( natürlich nur im Auslauf ) 
  um ihr Sitz- Hilfen zu verclickern
 Whoa !!! Haaalt
 zurück denken ......!

 VH Wendung
 wir traben

Geritten bin ich bis jetzt nur mit Reithalfter ohne Gebiss

Kopfsenken auf Signal von oben gegeben


Dann begannen unsere ersten Ritte, die meist noch unbalanciert,deswegen oft nur kurz waren -

manchmal heftig waren
 15 Min. und fertig !

Auch hier hat sie, wo immer möglich die Dinge über den Clicker gelernt.

Den Clicker oder Zungenclick hatte ich ständig dabei und meine Ideen
rissen nie ab und Anlässe gab es immer, immer wenn sie Angst vor etwas
hatte oder ein Problem etwas zu verstehen oder auszuführen, habe ich 
mir überlegt, wie wir das angehen könnten und dann losgelegt. 
Ein wichtiges Element am Anfang beim Reiten waren PAUSEN, ich habe oft Pausen als natürliche Belohnung 
genutzt wenn sie beim reiten etwas gut gemacht hat. Sofort abgestiegen und fressem gelassen.
Wir haben manchmal nur 10 Min geclickt, dann wieder 1/2 bis Stunde je
nachdem wie unsere Stimmung war, aber wir hatten eigentlich dauernd Spass. 
Es war keine Arbeit, sondern Genuss und spannend.
Ein besonderer Hit war Agility mit Gaviora   weitere Bilder dazu hier 


Wir haben manchmal Pausen gehabt, Wetter oder Zeit bedingt, aber das war nie ein Problem.

Was einmal verstanden war, war immer wieder abrufbar und das ist heute noch so.
Sie wurde ein wirklich wunderbares Reitpferd, zuverlässig, super
lerneifrig, nervenstark und gut zu händeln und was mir sehr gefallen 
hat, nie fest, immer weich zu reiten, zu biegen zu lenken. Einfach 
über den Sitz zu reiten. Sie blieb ein feinfühliges Pferd, was mir 
super wichtig war.

Ich habe ihr auch so verückte Sachen beigebracht, wie den Zügel auf 
den Hals fallen lassen hieß STOPP, das hat am Ende auch im Trab und
Galopp geklappt.
Wir gingen viel ins Gelände

Aber dann kam mit 5 Jahren der erste kleine Reheschub, dann bis sie
7 Jahre war nichts mehr und dann mehrere Reheschübe nach einander und
damit hat dann vieles, vor allem das Reiten ein Ende gefunden.
Aber immer wieder haben wir mal Spass Sessions gemacht:
Stockapportieren
      
                                    
Zwangsläufig muss man auch damit Leben, dass Eimer und Bürsten apportiert werden ;-)
                 
einem solchen Pferd bezubringen dir Hut, Handschuhe und Jacke zu reichen ist null Problem !

Freie Spielereien machen wir immer noch gerne, wenn es die Hufe zulassen
                                
                                                
Gaviora spielet immer noch gerne
 mit Bällen oder was sich anbietet.............
mit einem Karton spielen
   

Leider sind solche wunderbaren Winterritte schon länger Vergangenheit


Ich hoffe aber, dass ich sie im Frühjahr wieder anfangen kann zu reiten.

Grüße
Chrissi, die sich auch auf Corazons Fohlen im Mai freut